Gitarren-Wunschzettel

Mai 19th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Auch in diesem Beitrag wieder etwas eher Persönliches: ein paar Gitarren, die mir seit einiger Zeit im Kopf rumgeistern und “kauf mich, kauf mich!” rufen…

  • Beginnen wir mit einer siebensaitigen Ibanez. Die genaue Modellbezeichnung sei zunächst mal egal, der Fokus liegt auf Ibanez und sieben Saiten. Warum? Ein größerer Tonumfang erweitert die Spielmöglichkeiten ungemein. Dass dabei Verzerrung nicht immer eine Rolle spielen muss, beweisen Bands wie Animals as Leaders oder Scale the Summit mit klaren Tapping-Passagen. Allzu große Umstellungsprobleme von 6 auf 7 Saiten sollte es glaube ich auch nicht geben.
  • Oder wie wärs mit einer Hollowbody-Gitarre von PRS? Emil Werstler beweist sowohl mit seinen Metalprojekten wie Daath als auch mit Bluesvideos oder Jazztutorials auf jamplay.com, wie vielseitig ein solches Instrument sein kann, und dass sein Cleansound freilich nicht von dem einer herkömmlichen E-Gitarre übertroffen werden kann.
  • Zu guter Letzt soll hier noch die Steinberger ZT3 vorgestellt werden. Steinberger stellen äußerst markante, da kopflose, E-Gitarren her. Ihre Instrumente werden von bekannten Künstlern wie z.B. Paul Masdival von Cynic oder Bryan Aspey gespielt. Paul MasdivalDie Besonderheit der ZT3 ist die Möglichkeit, jederzeit mithilfe einer Art Hebelmechanik (sog. Trans-Trem-System) zwischen vier Stimmungen wechseln zu können: D, Eb, E, F und F# standard. Dabei verstimmt sich die Gitarre angeblich nicht, was einem natürlich ungeahnte Flexibilitäten ermöglicht: Mal schnell zu nem Death-Song in D spielen, dann auf Eb wechseln und Jazz-Standards wie z.B. “Take Five”  (es-moll) wesentlich einfacher abwickeln, anschließend in E mit einem Kumpel jammen und zu guter letzt in F zur Heavy-Metal-Kapelle Cauldron dudeln. Das ganze hat natürlich auch seinen guten vierstelligen Preis (1300-1500€)…

Mal sehen, welche der Kandidatinnen in baldiger oder ferner Zukunft mein Eigen wird. Vermutlich bleibts erstmal bei meiner Ibanez S420, die meinen Ansprüchen ja vollständig genügt. Noch ne Gitarre bedeutet doppelter Aufwand, denn die “alte” Gitarre will ich auch nicht verstauben lassen…

Einjähriges! Wie gehts weiter?

März 30th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

 

Nun gibt es ihn also schon ein ganzes Jahr, diesen Blog. Hier mal ein paar Zahlen:

  • Insgesamt wurde die Seite in den letzten 12 Monaten mehr als 2750 mal aufgerufen.
  • Am häufigsten führen Suchbegriffe wie “Gitarre”, “Tonleiter”, “Fingerübungen”, “Fingergymnastik”, “moll” oder “tabs” auf meine Seite.
  • 73 Spamkommentare im Vergleich zu 46 “ernsten” Kommentaren
  • 48 Beiträge (wollte eig die 50 noch voll kriegen)
  • Auf Youtube hat mein Fingerübungsvideo bereits mehr als 750 Aufrufe eingefahren:
  • Die Jazz-Komposition hingegen ist nicht ganz der Renner^^ (~160 Aufrufe):

Wie soll es weitergehen? Ich merke, wie ich tatsächlich nur noch selten dazu komme, Artikel zu verfassen. Außerdem habe ich mich in letzter Zeit doch eher von einem persönlichen Gitarrenblog weg hin zu einem Musik/Metalblog bewegt. Natürlich spiele ich nach wie vor mit großer Leidenschaft Gitarre, nehme Unterricht, stelle eigenes Material zusammen oder durchstöbere das Netz nach einigen Metalperlen. Daran wird sich vorerst nichts ändern ;) .

Wenn ihr irgendwelche Fragen, Bitten, Anmerkungen, Tipps, Kritik habt, lasst doch einfach mal einen Kommentar da!

Bis bald, Syntaxon

Sound of Death I

März 11th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

In letzter Zeit habe ich mich vermehrt mit den Kompositionen von Chuck Schuldiner, dem Lead-Gitarristen von Death und Control Denied auseinandergesetzt, und auszumachen versucht, was seinen Stil so einzigartig macht(e). Dazu galt es natürlich, möglichst alle Aspekte eines Songs zu betrachten, seien es nun Harmonik/Melodik bzw. Rhythmik der Riffs oder die Sahnehäubchen, die Soli.

Im Internet findet man hierzu nur sehr wenig Material. Auf meine Suchanfrage “play guitar riff in style of chuck schuldiner” spuckt Google als eine der wenigen sinnvollen Antworten diese Diskussion im Ultimate-Guitar-Forum aus. Durchaus nützliche Ansätze, und außerdem erkannte ich, dass es die Sache vermutlich erleichtert, wenn ich die Tabulaturen einiger Songs durchgehe und weniger mit meinem Ohr arbeite, das spart einfach Zeit und außerdem fällt zB das Runterstimmen auf D weg.

Bevor jetzt richtig losgelegt wird, noch ein paar allgemeine Worte. Ich schreibe diese Reihe für Gitarristen, die sich entweder für den Stil von Chuck oder generell für progressive, zeitlose Metalkonzepte interessieren. Ich hoffe, dass sich so vielleicht noch weitere Musiker finden, die ähnliche Stilrichtungen verfolgen wollen.

Musik hängt, wie jede Art von Kunst, allein vom Betrachter ab. Wenn jemand also kundtut, “Chuck Schuldiners Stil gefällt mir sehr gut”, dann ist das eine subjektive Meinung. So gehts mir auch, weswegen ich eben, dieser Musik auf den Grund gehen will. Ich möchte andererseits Chucks Musik auf keinen Fall zerfleddern oder schlichtweg kopieren. Klar, man muss sich bewusst sein, dass sich trotz tiefer Theoriekenntnisse die “besten” Ideen genauso vor einem “verstecken” können.

Über die Jahre hinweg hat sich der Sound von Death sehr gewandelt, viele sagen freilich “entwickelt”. Im Folgenden betrachte ich die Alben ab “Spiritual Healing”. Während dieses wohl noch den rauen Sound der Vorgänger trägt und gerade im Rhythmusbereich (zB Drums) sehr eingängig ist, tragen auf “Human” und “Individual Thought Patterns” alle Instrumente zu progressiven Gesamtbild zu. “Symbolic” und “The Sound of Perseverance” fallen wiederum recht viel melodischer, aber nichtsdestoweniger abwechslungsreich mit Clean-Parts sowie Richard Christys Drumming of TSoP. Man sieht also, dass sich der “Sound of Death” keineswegs auf das Gitarrenspiel von Chuck allein reduzieren lässt, auch wenn dies für die meisten das Herausstechende ist. Sämtliche Gitarristen, Bassisten und Schlagzeuger, die je auf diesen Alben mit Chuck gespielt haben, trugen mit ihrer Virtuosität und der Beherrschung ihres Instruments wesentlich zum hochgelobten Sound of Death bei. Ob jetzt also Gene Hoglans oder Sean Reinerts Fills, Steve DiGiorgios Basslinien oder Paul Misdivals Leadspiel – ich denke, ihr versteht, was ich meine.

Ziemlich viel Gerede/Geschreibe für den Anfang… Nächstes Mal soll es um den Aufbau von Death-Riffs gehen.

Bis dann, Syntaxon

Vorfreude…

März 1st, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Cosmogenesis – die Ruhe vor dem Sturm. Omnivium setzt neue Maßstäbe für alle künftigen Progressive/Death Metal-Alben. Es ist einfach so verdammt gut. *

Die Produktion erstaunt mich ein weiteres Mal. [...] Dankt den Göttern für intelligenten Metal! *

Jede Metalband hätte 2006 jegliche Versuche aufgeben sollen. [...] Der Unterschied zu Cosmogenesis liegt definitiv im Reifegrad der Band. Mit akustischen Gitarren, einzigartigen Vocoder-Effekten und einer Fülle weiterer Feinheiten auf Omnivium heben Obscura ihre Musik auf ein ganz anderes Niveau – ich bin nicht einmal sicher, ob je irgendjemand von der Existenz eines solchen Niveaus wusste. *

Nicht die einzigen Reviews (vollständig nachzulesen über die Links hinter den Asterisken, Aktuelles auch stets auf Obscuras Facebook-Seite) über Obscuras neues Werk “Omnivium” – und nicht die einzigen, die darin das Album 2011 sehen. Leere Phrasen von verzweifelten Metal-Journalisten, die mitansehen müssen, wie das Genre zwischen Mainstream und Underground entzweigerissen wird? Ich denke nicht, denn selten waren die Kritiken so einstimmig.

Vor dem offiziellen Release Anfang April werde ich ebenfalls Gelegenheit haben, mir ein Bild zu verschaffen: Am 6. März sind Obscura in ihrer (Heimat/Gründungs)Stadt Landshut zu Besuch, Karte ist schon reserviert und Mitfahrmöglichkeit geregelt.

Und einen weiteren Song gibts ebenfalls, fast hätte ichs vergessen.

GuitarMasterClass-Zugang zu gewinnen!

Februar 21st, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

So ist’s, und ganz einfach geht’s: Macks verlost exklusiv über sein Gitarrenportal six-strings.de zwei Zugänge zu den Gitarrenlehrvideos auf GMC – im Wert von 150$ und ein halbes Jahr gültig. Tragt euch in den Newsletter ein und hinterlasst einen Kommentar, dann wird eure eMail in den Topf geworfen – Anmeldeschluss ist der 28. Februar.

Es kommt noch besser: Wer auf (s)einer Website auf das Gewinnspiel hinweist (s. z.B. hier *hust*), bekommt eine doppelte Gewinnchance garantiert…

Weitere Infos zum Gewinnspiel und zu GMC selbst, solltet ihr tatsächlich noch nicht drübergestolpert sein, gibts hier:

http://six-strings.de/blog/aktuelles/kostenloser-guitar-masterclass-zugang-fur-dich

Bis bald, Syntaxon

(hoffentlich) released in 2011…

Februar 8th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Vor einigen Wochen hab ich schon darüber gebloggt, heute gibts eine kleine Fortsetzung: CD-Veröffentlichungen im laufenden Jahr 2011.

Fangen wir bei den Instrumentalern von Scale the Summit an. Ihr neues, drittes Opus “The Collective” wird am 3. März erscheinen. Was erwartet uns? STS gewähren sowohl Einblick in die Aufnahmearbeiten

als auch in ein musikalisches Produkt davon – “Whales”, der zweite Track, am besten hier reinhören.

The Collective - Coverart

The Collective - Coverart

Hokum werden am 9. April ihr Album “The Creation of Pain” auf dem Moosburger Assault Fest III präsentieren. Jüngst haben sie einen Plattendeal mit GoodDamn Records abgeschlossen (ein neu gegründetes Metallabel). Einen weiteren musikalischen Vorgeschmack gibt es in Form von “Blacken” auf ihrer Myspace-Seite. Eindeutig weiterzuempfehlen!

The Creation of Pain - Coverart

The Creation of Pain - Coverart

Auch von den alten Bekannten Control Denied gibt es gute Neuigkeiten. Wie (Ex-)Manager Eric Greif auf emptywords.org mitteilt, wird mit Hochdruck daran gearbeitet, das zweite Album “When Man and Machine Collide” noch dieses Jahr unter die Meute zu bringen. Die ehemaligen Bandmitglieder erklärten sich bereit, die Arbeit, welche durch Chucks Tod so jäh unterbrochen worden war, wiederaufzunehmen.

Außerdem erschien Anfang Februar eine neu abgemischte Version von “The Sound of Perseverance” von Death, und auch “Human” wurde mit neuen Mitteln (und den alten Sean Reinert und Paul Masdival) neu aufgenommen und wartet auf seinen Release.

Ebenfalls ganz frisch im Metal-Jahr 2011 ist die Scheibe “Tiurida” vom Ein-Mann-Projekt Falkenbach. Ganz unerwartet (so kommts mir vor) taucht sie auf, geboten wird eingängiger, epischer Viking Metal, ganz wie mans kennt (hab noch nicht groß reingehört, deswegen an dieser Stelle keine weitere Kritik). Am besten wohl Augen zu und genießen. Viel Spaß!

Keeping the metal faith alive…

Januar 23rd, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Heute gibts ein eher kurzes Update von meiner Seite. Zivi und Uni halten mich nach wie vor auf Trab.

Ich möchte euch zwei Bands vorstellen, die offensichtlich stark von Death beeinflusst sind (und – logisch – mir aus ebendiesem Grund sehr gut gefallen): Illogicist und The Unchallenged.

Illogicist stammen aus Norditalien und bringen eine Mischung, die eher in der Tradition der Death-Alben Human oder ITP steht. Mit Melodielinien in ungewöhnlichen Taktarten erinnern sie mich auch an Obscura (doch zu diesen Kollegen komme ich später noch). Bisher sind zwei Alben und zwei EPs von ihnen erschienen, im August vergangenen Jahres wurde mit den Aufnahmen für ihr drittes Werk begonnen. Am besten ist vermutlich einfach ein Songbeispiel in den Raum gestellt:

The Unchallenged stammen ursprünglich aus Thüringen, doch heute “the band members are scattered all over Germany”, wie es auf ihrer Website so schön heißt. Bei ihnen ist ein wesentlich stärker Thrash-Metal-Einfluss festzustellen, insgesamt etwas “direkter” als die Italiener. Nichtsdestotrotz rufen die ausgedehtnten Soli-Passagen herrliche Erinnerungen an so manches Death-Solo hervor, wie z.B. hier in “Empire of Insanity”:

Sie haben bisher ein Album und zwei Demos veröffentlicht, momentan ist es allerdings – wenn man die letzten Updates auf ihrer Homepage betrachtet, eher still um die vier.

So, jetzt aber zu Obscura und einigen Neuigkeiten von ihrem dritten Zögling “Omnivium”, der Anfang April erscheinen wird. Auf ihrer Myspace-Seite gibt es das Album-Artwork zu sehen und als erste Kostprobe den Song “Septuagint” zu hören, ich finde, ganz im Stile von “Cosmogenesis”:

Ich bin wirklich gespannt auf das gesamte Album und auch auf ihren Auftritt in Landshut (in meiner Reichweite ^^) am 6.März.

Bis demnächst, Syntaxon

…und nur der kleine Finger macht wieder schlapp.

Januar 15th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Neulich überlegte ich mir, verstärkt mein Sweep Picking zu trainieren. Dazu wollte ich auch eine Übung, die als Fingerrollen bezeichnet wird, in meinen Übungsplan aufnehmen. Die Idee dabei ist, die Noten gleicher Bünde auf benachbarten Saiten mit einem Finger zu spielen. Hier ist es notwendig, den Finger so abzurollen bzw. abzuknicken, dass nur die momentan angeschlagene Saite erklingt und die anderen abgedämpft sind.

Ich beginne also, das Ganze auf den hohen drei Saiten zu üben, clean Sound, Metronom usw… Zeige- und Mittelfinger lassen das schon ganz gut mit sich machen, beim Ringfinger wirds schon kritischer, und beim kleinen Finger dann die böse Überraschung: Ich kann das oberste Fingerglied nicht abknicken und somit mit dem Finger nicht über die Saiten “rollen” wie beabsichtigt. Die ganze Hand, mit dem kleinen Finger sozusagen als Verlängerung, abzuwinkeln steht vom energetischen Aufwand und ästhetischen Eindruck her auch in überhaupt keiner Relation zu der möglichen neuen Fähigkeit “Fingerrollen”.

Was nun? Fehlen mir einfach Muskeln im kleinen Finger der Greifhand oder handelt es sich hier allgemein um ein verbreitetes Problem der menschlichen Anatomie? Es liegt wohl eher an mir – stichprobenartiges Nachfragen im Freundes- und Familienkreis ergibt, dass nur ein kleiner Prozentsatz nicht zu dieser motorischen Leistung fähig ist.

Mein Lösungsplan sieht jetzt so aus: Ohne Gitarre kann man das ganze verbessern, indem man die Kuppen von kleinem Finger und Daumen der Greifhand aneinanderlegt und sich dann bemüht, das vorderste Glied des kleinen Fingers mit eigener Kraft abzuwinkeln. Ist eine Gitarre zu Hand, dann wohl am besten langsam üben wie oben beschrieben.

Kennt ihr dieses Problem oder hattet ihr schon andere “Mängel in der Motorik” (die sich dann hoffentlich wieder gelöst haben)?

Viele Grüße, Syntaxon

Improvisation: Tipps von Andrew Wasson und David Wallimann

Januar 8th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Kennt ihn jemand noch nicht? Andrew Wasson, einer der Gitarrenlehrer aus Youtube, Student am G.I.T. in Los Angeles, Gründer des Creative Guitar Studio? Er ist wirklich ein pädagogisches Wunder, was die Gitarre und alles drumherum angeht, und hat noch dazu ein sehr großes Kompetenzfeld.

Wöchentlich beantwortet er von Gitarristen per eMail eingesandte Fragen zu den verschiedensten Spielstilen, Bereichen in der Musiktheorie oder zu Equipment.

Im Folgenden möchte ich einige seiner Tipps zur Verbesserung der Improvisation zusammenfassen. Die meisten Punkte finden sich in seinem Video “Breakthrough for Troubled Improvisors“.

  • Vieler Dinge Anfang ist Theorie, und Theorie ist häufig grau. Doch man kommt nicht drumrum. Damit das was wird mit dem Improvisieren, braucht man das Grundwissen über Akkorde, passende Skalen, und wo diese auf dem Griffbrett zu finden sind. Dabei empfiehlt es sich, zu merken, wo alle Grundtöne der jeweiligen Tonart liegen, und dass man sich deren (Oktav)Positionen zueinander einprägt. Außerdem sollte man die Skalen nicht nur senkrecht über das Griffbrett beherrschen, sondern ebenso waagrecht. Dadurch werden Licks, die Techniken wie z.B. Sliding oder Legatospiel erfordern, viel stärker “provoziert”.
  • Damit ist auch schon ein nächster Punkt angesprochen: wirklich alles aus der Gitarre rausholen, was technisch möglich ist, das sorgt für unglaublich viel Abwechslung. Seien es jetzt Vibrato, Bending, Pinch/Natural Harmonics, double Stops, pedal notes, palm mutes oder die schon oben erwähnten Sliding und Legato – sie bringen Würze ins Spiel und bringen einen von allzu penetranten Alternate Picking ab.
  • Was mir persönlich unglaublich viel gebracht hat und bringt, ist Andrews Tipp, vermehrt “große” Intervalle in sein Spiel zu bringen. Warum man das nicht automatisch macht, sondern meistens Halb/Ganztonschritte oder Terzen spielt? Es ist ganz logisch – man kennt seine Skalenpattern, man hat sie sich durch auf- und abspielen eingeprägt, folglich spielt man von einem Ton ausgehend eher in einem “nahen” Umfeld von fünf, sechs Töne, kommt aber auch nicht auf die Idee, etwa eine ganze Oktave zu überspringen. Denn String Skipping, damit tut man sich anfangs wirklich schwer, außerdem liegen die Töne von Intervallen wie zB Quarte oder Septime oft gleichsam “untereinander” und überfordern die Koordination in der Greifhand. Doch sobald man sich solcher “Schwächen” bewusst ist, entdeckt man auch schon eine Vielzahl an bisher ungenutzten Möglichkeiten.
  • Improvisation muss nicht flüchtig sein. Es empfiehlt sich, ein “Repertoire” an Licks aufzubauen, das man in den unterschiedlichsten Impro-Situationen abrufen kann. Dazu gehört natürlich auch, sich eigene Licks zu notieren und “anzueignen”.
  • Wenn man meint, an chronischem Ideenmangel zu leiden, schadet es sicher nicht, sich Stücke und Soli bekannter Künstler, ob jetzt aus Jazz, Rock, Metal oder Blues anzuhören, sich davon inspirieren zu lassen, auch, indem man sie transkribiert. Mir ist es schon mehr als einmal passiert, dass ich unbewusst im Stile der Band improvisierte, die die ganze vergangene Woche über in meinem CD-Spieler kreiste.
  • Abschließend möchte ich euch noch einen Tipp von David Wallimann mitgeben. Er ist Fusion-Gitarrist, ursprünglich aus Frankreich, momentan allerdings in den Staaten wohnhaft und als Gitarrenlehrer v.a. über die Seiten Guitarmasterclass.com und jamplay.com bekannt. Auf seinem Youtube-Kanal gibt er auch immer wieder nützliche Tipps zu Spiel, Theorie, Effektgeräten, Ausrüstung, … In diesem Video erläutert seine Vorangehensweise für Backing Tracks, also jene “Hintergrundspuren”, die die Sologitarre hervorstechen und fordern, allerdings nicht überfordern sollen. Ein Blick lohnt sich auch jeden Fall!

Ich hoffe, ihr habt auch etwas von dieser mehr oder weniger kurzen Zusammenfassung und könnt sie in euer Spiel einbinden. Die zwei erwähnten Gitarrengenies, Andrew und David, solltet ihr auf jeden Fall im Auge behalten!

Schönes Wochenende noch, Syntaxon

Wie wird Sait’ und Zeit in 2011?

Dezember 31st, 2010 § 4 Kommentare

Sechs erholsame und erlebnisreiche Tage mit Freunden auf einer Hütte liegen hinter mir – raus aus dem Weihnachtsstress, rauf auf die Piste. Natürlich war eine Gitarre mit dabei, und zwar meine (gute) alte Legend, die dann ein paar Mal zum Üben und Jammen zur Hand genommen wurde. Mir ist wieder einmal aufgefallen, was ich alles an der Ibanez s420 hab. Letztere ist leichter, verstimmt sich kaum und ist schlicht und einfach besser zu spielen. Denn als ich heimgekommen bin und gleich an die Ibanez, da floss mein Spiel nur so dahin… Vermutlich liegts an den Jumbo Frets, die das Aufdrücken der Finger der Greifhand erleichtern. Anfangs war ich ja skeptisch, weil der Abstand der Saiten vom Griffbrett so groß ist und ich beim String Skipping verzweifelte – aber wie das immer so ist, mit der Übung wurde es besser.

Was der Titel dieses Eintrag schon verrät: es steht ein Saitenwechsel an. Ich bin der Meinung, dass meine Ibanez dringend neue Saiten braucht. Zu Weihnachten hab ich welche geschenkt bekommen, nämlich Ernie Ball 9/42. Allerdings habe ich mir verschiedene Fragen gestellt: Dickere Saiten wegen besserem Klangvolumen und besserer “Angriffsfläche” beim Alternate Picking? Dünnere Saiten wegen weniger Kraftaufwand beim Solospiel (Bending usw.)? Dickere Saiten für eine tiefere Stimmung (D standard z.B.)? Dünnere Saiten, weil ich mich schon an sie gewöhnt habe? Vermutlich muss ich eigene Erfahrungen mit Saitenarten und -stärken machen, genau wie bei der Gitarre selbst, da hilft auch stundenlanges Durchforsten von Internetforen nichts.

Was die Zeit in 2011 betrifft: Sie wird für mich knapper, schließlich beginnt mein Zivi am 3. Januar, im Fernstudium gehts in die Phase vor den Klausuren, und Theater wird auch noch gespielt… Ich möchte auf jeden Fall weiterspielen und üben, ob das mit dem Unterricht weiterhin noch klappt, ist fraglich. Aber die Erfahrung hat für mich gezeigt: Selbst nur spielen, selbst das einfache “Gitarre-in-der-Hand-Haben” ohne große Trainingsgedanken haben bereits eine große Auswirkung auf mein Spiel, technisch und melodisch.

Ich freue mich übrigens sehr, dass in diesem Monat bereits mehr als 300 mal auf meinen Blog zugegriffen wurde. Wie mir meine Statistik verrät, ist das etwa ein Viertel aller bisherigen Aufrufe (begonnen habe ich ja im März) und so viel wie alle Aufrufe in Oktober und November zusammen. Ich führe das einerseits auf meinen Youtube-Kanal zurück, den ich ja schon mit zwei Videos bestückt habe, und andererseits auf genauere Tags, so dass mein Blog besser über Suchmaschinen gefunden werden kann… An dieser Stelle danke an alle Leserinnen und Leser und einen guten Rutsch!

Man sieht sich 2011, Syntaxon

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