Riffffs V – Death – Phrygisch-Dominante Tonleiter

Juli 25th, 2010 § 2 Kommentare

Da bin ich mal wieder – die letzten Tage wars still, da ich mich viel mit einem Theaterprojekt beschäftigt habe (Montag bis Mittwoch sind Aufführungen)…

Nichtsdestotrotz hier ein neues Riffff, anhand dessen ich den eingeschlagenen “Moll”-Weg etwas verlassen will und mal etwas experimentelleres vorstelle.

Und zwar was ganz edles meiner Meinung nach: Crystal Mountain vom Album Symbolic (1995) von Death – ein Wahnsinnsalbum, ein Klassiker jagt den nächsten.

Doch jetzt soll es hier eher darum gehen, wie sich Chuck vom klassischen Tonarten-Verständnis löst und einfach spielt, was ihm taugt. Die Tabs der ersten acht Takte: Death – Crystal Mountain Intro Ich muss gestehen, dass das diesmal größtenteils aus Ultimate Guitar abgeschaut ist, denn gerade die letzten zwei Takte haben sich mir nicht erschlossen^^.

Tuning ist D-Standard, wer jetzt allerdings nicht covern will, kann natürlich in einer beliebigen Stimmung spielen.

Die Sequenz besteht aus vier Teilen I – II – I – III, die jeweils aus zwei Takten bestehen. In I ist im Bass die leere D-Saite, und darauf dann die Powerchords D5 und C#5 (Halbtonschritt auseinander). In II folgen die Powerchords A5 – G#5 – D#5 – F5 (Quinte – Tritonus (verminderte Quinte) – kleine Sekunde – kleine Terz) im Bezug auf den Grundton D. Das kann ich  – ehrlich gesagt – harmonisch überhaupt nicht deuten, obwohl es doch insgesamt gar nicht dissonant oder unangenehm klingt. Typisch für Schuldiners Spiel sind allerdings die Halbtonschritte D5 – C#5, A5 – G#5 und auch D – D#5 sowie die Quartkadenz G#5 – D#5.

Teil I wird wiederholt, dann folgt – worauf ich eig die ganze Zeit hinauswill – eine wunderbare Tonleiter in Teil III, die rein gar nichts mit Dur oder moll zu tun hat. Es handelt sich um eine sog. phrygisch-dominante Skala (auch Zigeunermoll-Tonleiter genannt). Mit dem Grundton E schaut das so aus:

e|----------------|-----------------|
B|----------------|-----------------|
G|----------5-7-9-|-7-5-------------|
D|----6-7-9-------|-----9-7-6-------|
A|7-8-------------|-----------8-7-5-|
E|----------------|-----------------|

Dieses Pattern lässt sich recht einfach einprägen. Die Töne sind E - F - G# - A - B - C - D - E. Charakteristisch sind die zwei Halbtonschritte am Anfang und die kleine Terz dazwischen. Das gibt dem ganzen einen mystisch - exotisch - orientalischen Klang. Ich muss sagen, ich hab die Tonleiter inzwischen wirklich lieb gewonnen, weil sie eine perfekte Abwechslung zum - manchmal langweiligen - Moll zB ist. Wird oft im Metal verwendet (zB Maidens Powerslave im Intro).

Das wars dann auch schon wieder, viel Spaß damit, mich ziehts wieder zum Theater.

Schönen Sonntag noch, Syntaxon

Riffffs I – Suicidal Angels “Mourning of the Cursed”

Juni 17th, 2010 § 2 Kommentare

Servus!

Mir ist gerade die Idee gekommen, eine Blogserie mit Riffs (Tabulaturen) ins Leben zu rufen. Einerseits, um gleichsam eine Pinnwand dafür zu erstellen, andererseits, um daran Theorie oder sogar eigene Fortschritte festzumachen ;-) . Falls noch nicht klar ist, wie ich dieses Konzept auslegen möchte, hier ein erstes Beispiel:

Das Instrumentalstück “Mourning of the Cursed” der griechischen Thrash-Metaller “Suicidal Angels” vom Album “Sanctify the Darkness” (2009).

Tuning: D Standard
Riff a
Q=138
   s s s s s s s s s s s s e    e 3x  e   e   e   e   e   e   e   e      
d|---------------------------------|---------------------------------|
A|---------------------------------|---------------------------------|
F|o-------------------------------o|---------------------------------|
C|o-----------------------10s--9--o|----10s-12------12s-13--13s-12---|
G|-------------------------8s--7---|-----8s-10------10s-11--11s-10---|
D|-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0---------|-0-----------0-------------------|

Riff b
Q=168 (Tempowechsel)
   s s s - e   e   e   s s s - e     s s s - e   e   e   s s s - s -
d|---------------------------------|---------------------------------|
A|---------------------------------|---------------------------------|
F|---------------------------------|---------------------------------|
C|---------------------------------|----------------10---------------|
G|--------11------10-----------8---|---------7-----------------------|
D|-0-0-0-------0-------0-0-0-------|-0-0-0-------0-------0-0-0---0---|

   s s s - e   e   e   s s s - e     s s s - e   e   e   s s s - s -
d|---------------------------------|---------------------------------|
A|---------------------------------|---------------------------------|
F|---------------------------------|---------------------------------|
C|---------------------------------|-----------------9---------------|
G|--------11------10-----------8---|---------7-----------------------|
D|-0-0-0-------0-------0-0-0-------|-0-0-0-------0-------0-0-0---0---|

   s s s - e   e   e   s s s - e     s s s - e   e   e   s s s - s -
d|---------------------------------|---------------------------------|
A|---------------------------------|---------------------------------|
F|---------------------------------|---------------------------------|
C|---------------------------------|-----------------8---------------|
G|--------11------10-----------8---|---------7-----------------------|
D|-0-0-0-------0-------0-0-0-------|-0-0-0-------0-------0-0-0---0---|

   e   e   e   e   e   e   e   e     e   e   e   e   q       q
d|---------------------------------|---------------------------------|
A|---------------------------------|---------------------------------|
F|---------------------------------|---------------------------------|
C|---------------------------------|-----------------8-------8-------|
G|---------------------------------|-----------------6-------6-------|
D|-0---0---0---0---0---0---0---0---|-0---0---0---0-------------------|

alternatives Ende Riff b
   s s s - e   e   e   s s s - s      q      q       q       q
d|---------------------------------|---------------------------------|
A|---------------------------------|---------------------------------|
F|---------------------------------|---------------------------------|
C|----------------------------10---|(10)-----9-----------------------|
G|--------11------10-----------8---|-(8)-----7------10-------9-------|
D|-0-0-0-------0-------0-0-0-------|-----------------8-------7-------|

Riff a wiederholen
Schlussakkord F5
   w
d|---------------------------------|---------------------------------|
A|---------------------------------|---------------------------------|
F|-7~------------------------------|---------------------------------|
C|-5~------------------------------|---------------------------------|
G|-5~------------------------------|---------------------------------|
D|-3~------------------------------|---------------------------------|

Legende:
w whole note
h half note
q quarter note
e eigth note
s sixteenth note
- pause
10s slide
(10) let ring

Hier gilt generell: Die Noten auf der tiefen D-Saite werden palm muted gespielt. Besonders interessant an diesem Riff sind meiner Meinung nach die zwei Halbtonschritte D-D# und F-F# auf der G-Saite (Riff a) und das chromatische Absteigen auf der C-Saite Bb-A-Ab (Riff b). Sonst würde ich mit meinem bescheidenen Wissen behaupten: klassischer atonaler Thrash à la Slayer und Kreator! Das Ganze wurde nach Gehör getabbt, keine Gewähr. Zur leichteren Lesbarkeit einfach kopieren und mit notepad.exe öffnen.

Ich persönlich habe noch Schwierigkeiten mit dem Tempo und mit dem Saitenwechsel in Riff a von den Sechzehnteln zum Powerchord D#.

Lasst doch ein kurzes Feedback da! Nächste Woche gehts voraussichtlich mit Riffffs II weiter.

Viele Grüße und viel Spaß,

Syntaxon

Wochenrückblick I oder: Harmonie vs. Atonalität

April 18th, 2010 § 1 Kommentar

So, letzte Woche war Pause angesagt mit neuen Fingerübungen, folglich habe ich mein Training nach Übungsplan II durchgezogen, mit zwei Tagen ausschließlich Improvisieren.

Darüber hinaus habe ich mir, da ich mich auch mit Musiktheorie und Komposition beschäftige, mir Gedanken über Harmonie und Atonaliät. Ich spiele meistens mit Moll-Tonleitern, womit sich zwar wunderbare Melodien, chorartig und episch^^, verfassen lassen, doch das finde ich auf Dauer zu vorhersehbar (als Hörer). Ebenso stört es mich, dass ich bei den Akkorden, die den Rhythmus bilden, früher und später bei einer Folge wie e – C – G – D oder e – D – C – h lande, also rein Dur/Mollkadenzen (höchstens noch als Septakkord). Ich habe immer das Gefühl, dass diese Harmonien schon einmal “da” waren… Wonach ich suche, sind “spannende” , unerwartete und unbekannte Töne bzw. Tonfolgen, die dennoch ein “stabiles” Klanggerüst bilden. Dazu habe ich mir einige Methoden überlegt (um Erweiterung bin ich dankbar):

  • die Verwendung ungewöhnlicher Intervalle (Tritonus oder große Intervalle)
  • die Verwendung ungewöhnlicher Akkorde (mit Sexte oder sus-Akkorde): Doch mein großes Problem ist, wie ich sie einsetzen soll. In einer Kadenz wie e – C – G – D einfach mal aus C einen C6 machen und aus G einen Gsus (übrigens the Lord’s most favorite chord :D )?!
  • die Verwendung von Kirchentonleitern: doch welche sind die wichtigsten und klingen wann am interessantesten?
  • die Verwendung von Chromatiken: an den Klang gewöhnt man sich mit der Zeit auch aufgrund der Fingerübungen. Dass sie total spannend, beweist zB das Metallica-Lick aus dem Intro von “For Whom the Bell tolls”.
  • Verwendung von Blue Notes oder anderem Jazz/Blues-Typischem

All das soll nicht heißen, dass ich der harmonischen Musik absolut abgeschworen habe, es ist vielmehr so, dass ich mein Wissen um Atonalität erweitern und vereinen möchte…

In den nächsten Tagen werde ich mal zwei Lieder posten, eines, bei dem ich mich hinsichtlich Chromatiken usw richtig ausgetobt habe und ein zweites, das eine gezupfte Ballade in e ist.

Schließlich wollte ich noch wissen, welche Übungen du vorschlägst, um schnelle Sechzehntel zu trainieren, also keine Läufe, sondern pures, knackiges “E-Saiten-Gehacke” (das klingt negativ, aber ich find grad keine passende Umschreibung). Langsam beginnen, Metronom benutzen, Tempo steigern und dabei auch mit der Greifhand Variation reinbringen?

Das wärs soweit, ich wäre dir, macks, dankbar, wenn du ein paar Tipps oder Erfahrungen bzgl der Harmonie-Atonalität-Angelegenheit aussprechen könntest.

Noch nen schönen Sonntag,

Syntaxon

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