Riffffs X – Cripper – Thrash Metal nach dem alt(bewährt)en Rezept

Oktober 8th, 2010 § 1 Kommentar

Man nehme (Menge ausreichend für eine Wall of Death):

  • tief gestimmte Gitarren (mindestens Eb, hier D), in Terzen harmonisierend
  • eine ausgewogene Mischung aus Palm Mutes auf der tiefsten Saite und der moll-Pentatonik
  • Groove-Parts im Wechsel mit treibenden Gallopp-Riffs
  • Pinch-Harmonics

Zum Abschmecken und für die Exotik:

  • eine Prise Chromatiken und rhythmische Verschiebungen
  • eine weibliche Stimme ans Mikro

Das Ganze unter Beigabe von Schweiß, Bier, Fleisch und Plektren 6,66 Tage ziehen lassen, und heraus kommt:

Willkommen zum zehnten Riffff! Wie an den Zutaten schon erkennbar, wird heute beinahe klischeehafter Thrash serviert – aber er geht ins Ohr!

Cripper sind eine Thrash-Metal-Band aus Hannover und spielen recht eingängigen Thrash, der die Stile aller Szenegrößen vereint. Doch vor allem Frontfrau Britta macht die eigene Note aus. Wenn man bei Youtube aus Faulheit nach “Thrash Metal” sucht, findet man “Shortcut” von ihnen, bei weiteren Durchwühlungen stieß ich dann auf “Wake up dead”. Hier mal die Tabs: Cripper Wake up dead Intro

Zu Harmonik und Rhythmik gilt eigentlich das obige “Rezept”. Ich war außerdem zu faul, die Gitarrenstimmen zu trennen bzw. Pinch Harmonics und Hammerons einzutragen.

Wichtig ist noch der Tempowechsel nach dem ersten Teil des Intros und die rhythmische Verschiebung im Takt 17 – da kommt der Nacken beim Kreiseln mal kurz durcheinander, schließlich wird ein 4/4 zu einem 3/4-Takt verkürzt. Ist was unklar, einfach das Lied anhören, oder – auch gerne gesehen =) – kommentieren.

Gruß, Syntaxon

Zum ersten Mal… Gitarrenunterricht!

September 20th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Ja, es ist so weit!

Nach etwa eineinhalb Jahren verlasse ich die Horde der Autodidakten und wende mich an einen professionellen Gitarrenlehrer. Am Freitag betrat ich zum ersten Mal den Proberaum von Karl, der seit einigen Jahren Privatunterricht hier in der Stadt gibt. Obwohl wir schon öfters telefoniert hatten, war ich natürlich aufgeregt, was sich dann aber spätestens beim Jam legte :D . Zunächst tauschten wir uns über musikalische Vorlieben, Ziele, Vorbilder und über das, was ich theoretisch schon kannte und konnte. Ich spielte ein paar Riffs und Licks vor (verhaspelte mich natürlich) und dann kamen – wie erwartet – ein paar Korrekturen zur Haltung. Beispielsweise halte ich meinen linken Daumen gelegentlich fast parallel zu den Saiten bzw. links vom Zeigefinger, er gehört eher auf Höhe des Mittelfingers platziert. Dann ergibt sich auch das Abdämpfen der hohen Saiten mit dem Zeigefinger wie von selbst. Außerdem bewege beim Legatospiel, speziell bei Pull-Offs, die ganze Hand und nicht den “abziehenden” Finger. Anschließend zeigte er mir noch die erweiterte A-moll-Pentatonik (wir hatten nämlich auf einen Blues in A improvisiert). Man fügt zu den Grundtönen a, c, d, e, g die Töne b (kleine Sekunde) und f# (Sexte) hinzu. Damit spielt man die gleichen Töne wie bei G-Ionisch (G-Dur), und da A die zweite Stufe in G ist, spielt man also A dorisch. Außerdem zeigte mir Karl, dass es für ein bluesiges Feeling wichtig ist, bei der Tonika im Hintergrund (hier A) mit der kleinen und großen Terz (c – c#) sowie bei der Dominante (E) mit der kleinen bzw. großen Septime (g – g#) zu spielen/benden.

Man glaubts kaum, aber dann war eine Stunde schon rum…! Mein Eindruck: Auch wenns jetzt erstmal in Richtung Blues geht, ich denke, ich werde auf alle Fälle was lernen, gerade was die Erweiterung meines Tonrepertoires fürs Solospiel angeht. Karl ist kompetent (hat ein professionelles Studium hinter sich), geduldig, flexibel und nicht zu vergessen, recht eloquent =). Ich freu mich schon auf die nächsten Stunden, selbstverständlich werde ich euch auch auf dem Laufenden halten!

Ein schöne Woche, Syntaxon

Riffffs IX – Overkill

September 15th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Noch habe ich keine Probestunde bei meinem Gitarrenlehrer in spe gehabt, doch bald wird es soweit sein =).

Hab in letzter Zeit an einem Overkill-Song gearbeitet. 2010 haben die US-Thrasher ihr viel beachtetes, 16. Studio-Album “Ironbound” herausgebracht. Hiermit möchte ich euch das Intro vom Opener “The Green and Black” präsentieren:

Overkill spielen in E Standard. Hier mal Tabs: Overkill – The Green and Black Intro

Der Reiz des Ganzen liegt wohl am ehesten in der Einfachheit. Mit dem Bass-Intro (e-moll Pentatonik) und der Delay-Gitarre wird eine verheißungsvolle Atmosphäre geschaffen. Außergewöhnliche Noten, die nicht aus dem Tonvorrat der moll-Pentatonik stammen, wie z.B. die große Terz G# oder der Tritonus Bb, verstärken diesen Eindruck. Wuchtig setzen dann die verzerrten Gitarren ein. Wirklich klasse zum Mitspielen, der Song, denn auch der Refrain und der Break (4:20) sind nicht sehr komplex, dafür umso eingängiger. Schwierigkeiten beim Transkribieren haben mir der Delay-Effekt am Anfang, wodurch ich Noten schlecht differenzieren konnte, und der Legato-Part am Ende des Intros. Hier war ich mir auch nach mehrmaligem Durchhören nicht sicher, obs stimmt.

Also: Falls ihr Verbesserungen, Tipps, Kritik, sonstige Anmerkungen habt, bitte einfach nen Kommentar posten!

Bis demnächst, Syntaxon

Riffffs VIII – Hammerfall vs. Deep Purple

September 5th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Bevor ich mich für ein paar Tage zum Experimentieren an die Erlanger Uni verabschiede, gibts nochmal ein neues Riffff.

Heute: Hammerfall – Let the Hammer fall vom 1998er Album Legacy of Kings

Bin eher über Zufall wieder über die Schweden gestolpert, denn seit dem Ende meiner Power-Metal-Phase hatte ich sie eigentlich irgendwo auf der Festplatte verräumt… aber das Hauptriff des Songs hats mir dann doch angetan.

Hammerfall spielen Eb Standard Tuning, also ein Halbton unterm E-Standard. Hier die Tabs: Let the Hammer fall Intro

Hammerfall verwenden “umgekehrte” Powerchords, also nicht A-E (Grundton-Quinte), sondern E-A (Quarte, mit dem Grundton “oben”) im Wechsel mit der offenen A-Saite (Erklärungen sind in E-Standard-Sprache). Die Kadenz der Quart-Chords ist A-C-D-D#-D-C-B-A, oder in Intervallen, bezogen auf die Grundtonart a-moll, Grundton – kleine Terz – Quarte – Tritonus (verminderte Quinte) – usw. Das rockige Feeling des Songs kommt also nicht nur von den Doublestops selbst, sondern auch, in welcher Verbindung sie miteinander stehen. Die Kadenz ist nämlich typisch für die Blues-Pentatonik mit kleiner Terz und verminderter Quinte (Blue Note) und z.B. auch durch – wie im Titel erwähnt – durch Deep Purple’s KLassiker “Smoke on the Water” vom Hören her bekannt:

Im Intro wird die Kadenz Grundton – kleine Terz – Quarte – Grundton – kleine Terz – Tritonus – Quarte verwendet, was doch tatsächlich an Hammerfall erinnert bzw. eher umgekehrt. Ich behaupte allerdings keinswegs, dass die Schweden ihren Metal von Deep Purple abgekupfert hätten, mir gehts eher darum, aufzuzeigen, wie eng die Verbindung zwischen verschiedenen Gitarrenstilen doch sind.

Viel Spaß beim Spielen, lasst doch einen Kommantar da, ob Kritik, Tipps oder Vorschläge.

Bis nächste Woche, Syntaxon

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