Neuer Song… Lapicidator!

März 28th, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Hallo zusammen,

nach längerer Absenz, die ich tatsächlich mit vielen sinnvollen Tätigkeiten verbracht habe, möchte ich euch mein neuestes Stück präsentieren (und nein, es gibt kein Starkbier des gleichen Namens, und trotz dieses Gedankens möchte ich am Titel des Stücks festhalten^^):

Ich bin wirklich, wirklich zufrieden damit. Wie immer gilt: Gedanken und Ergänzungen meinerseits lassen sich in der Videobeschreibung finden, und umgekehrt würde ich natürlich gern eure Meinungen hören, zum Stück allgemein, zu Technik, Aufnahme, Sound usw.

Vielen Dank und bis zum nächsten Mal,

Syntaxon

 

Riffffs VIII – Hammerfall vs. Deep Purple

September 5th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Bevor ich mich für ein paar Tage zum Experimentieren an die Erlanger Uni verabschiede, gibts nochmal ein neues Riffff.

Heute: Hammerfall – Let the Hammer fall vom 1998er Album Legacy of Kings

Bin eher über Zufall wieder über die Schweden gestolpert, denn seit dem Ende meiner Power-Metal-Phase hatte ich sie eigentlich irgendwo auf der Festplatte verräumt… aber das Hauptriff des Songs hats mir dann doch angetan.

Hammerfall spielen Eb Standard Tuning, also ein Halbton unterm E-Standard. Hier die Tabs: Let the Hammer fall Intro

Hammerfall verwenden “umgekehrte” Powerchords, also nicht A-E (Grundton-Quinte), sondern E-A (Quarte, mit dem Grundton “oben”) im Wechsel mit der offenen A-Saite (Erklärungen sind in E-Standard-Sprache). Die Kadenz der Quart-Chords ist A-C-D-D#-D-C-B-A, oder in Intervallen, bezogen auf die Grundtonart a-moll, Grundton – kleine Terz – Quarte – Tritonus (verminderte Quinte) – usw. Das rockige Feeling des Songs kommt also nicht nur von den Doublestops selbst, sondern auch, in welcher Verbindung sie miteinander stehen. Die Kadenz ist nämlich typisch für die Blues-Pentatonik mit kleiner Terz und verminderter Quinte (Blue Note) und z.B. auch durch – wie im Titel erwähnt – durch Deep Purple’s KLassiker “Smoke on the Water” vom Hören her bekannt:

Im Intro wird die Kadenz Grundton – kleine Terz – Quarte – Grundton – kleine Terz – Tritonus – Quarte verwendet, was doch tatsächlich an Hammerfall erinnert bzw. eher umgekehrt. Ich behaupte allerdings keinswegs, dass die Schweden ihren Metal von Deep Purple abgekupfert hätten, mir gehts eher darum, aufzuzeigen, wie eng die Verbindung zwischen verschiedenen Gitarrenstilen doch sind.

Viel Spaß beim Spielen, lasst doch einen Kommantar da, ob Kritik, Tipps oder Vorschläge.

Bis nächste Woche, Syntaxon

Riffffs VI – Paths of Possession – Fingergymnastik für Gitarristen

Juli 31st, 2010 § 1 Kommentar

Servus liebe Gemeinde,

bevor ich mich in eine einwöchige InterRailtour durch Europa stürze, gibts hier noch ein paar Neuigkeiten und außerdem ein neues Riffff.

Letzte Woche hatte ich einerseits, wie angekündigt, Theateraufführungen, was total viel Spaß gemacht hat, und andererseits Macks’ neues und erstes Ebook “Fingergymnastik für Gitarristen” quer- und korrekturgelesen (bestellen könnt ihr es hier, incl. Leseprobe). Wer jetzt meint, es würde sich dabei lediglich um eine Sammlung der Übungen aus seinem Fingerübungs-Newsletter handeln, liegt ziemlich falsch. Es gibt 52 Fingerübungen, ausführlich dokumentiert mit midi-, pdf- und GP-Files, und daneben noch ausführliche Kapitel über das richtige Üben (Aufwärmen, Haltung, Sound, …) sowie das Begriffspaar Motivation und Disziplin. Das Ganze ist völlig unkompliziert und locker geschrieben und führt definitv nicht ins Theoriechaos – denn die Fingerübungen sind der Hauptteil, da geht es schlicht um Technik, Fingerunabhängigkeit und -stärkung… Man merkt, dass Macks viel Zeit und Mühe in das Buch gesteckt hat, und darüber hinaus, wie viel Erfahrung er mit Gitarre lernen und üben hat. Lasst es euch mal durch den Kopf gehen! Das bringt einen vorwärts. Die Übungen haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und bauen aufeinander auf (Alternate Picking, Legato, String Skipping, Bending, Sweeping und auch Finger Picking!), so dass man auf Jahre etwas von dem Kauf hat. Außerdem gibts am ersten Verkaufstag – 3. August – 50% Rabatt (bzgl. des Originalpreises) für alle, die da bestellen.

Jetzt möchte ich euch ein neues Riffff vorstellen: Es geht um das Nebenprojekt von George Fisher, dem Frontsänger von Cannibal Corpse. Er findet Abwechslung in “Paths of Possession”, einer Melodic-Death-Metal-Band, die 2007 ihr viertes Album “The End of the Hour” veröffentlicht hat. Hier gehts ums Intro vom Song “Memory Burn”.

PoP (:-D) spielen in Standard B Stimmung. Ich habe zum Transkribieren das Programm Amazing Slow Downer verwendet, mit dem man nicht nur Geschwindigkeit und Tonhöhe eines Songs ändern, sondern auch zwischen den Spuren im rechten bzw. linken “Lautsprecher” hin- und herwechseln kann. D.h. in diesem Fall habe ich die Tonhöhe um fünf Halbtöne auf E Standard erhöht (weil ich zu faul zum runterstimmen bin) und außerdem bei den Gitarrenharmonien die Channel-Switch-Funktion verwendet.

Vielleicht hat ja die oder der ein/e oder andere schon angefangen, beim Song mitzuspielen – zur Tonalität des Rhythmusparts komme ich noch, die Melodie allerdings steht in e-moll (bzw. wenn man wie ich in E standard spielt, a-moll). Hier die Tabs:

Memory Burn I (Rhythmus)

Memory Burn II (Melodie)

Memory Burn III (Harmonie)

Der Rhythmus spielt eine Kadenz I – IV in a-moll, als Breaks allerdings in dieser Form nicht in der diatonischen Musik auftretende Akkorde (vorausgesetzt, meine Transkription ist richtig – die Breaks lockern das ganze also auf). Die Melodie ist dann relativ unspektakulär, sie wird beim zweiten Mal mit der Terz harmoniert. D.h. die zweite Gitarre spielt auf die Töne der ersten die der Tonart entsprechende Terz. Wenn also Gitarre I spielt: a – c – b, dann spielt die Harmonie c – e – d, wobei die Intervalle a – c und b – d kleine und c – e eine große Terz ist/sind. Also streng genommen spielt I a-moll, also A äolisch, und II C-Dur, also C Ionisch, um mal ein bisschen mit Kirchentonarten um sich zu werfen. Würde II in Quarten harmonisieren, würde II in D Dorisch spielen. Generell finde ich harmonisierende Stimmen auf der Gitarre ein super Werkzeug, um den Sound interessant zu gestalten, und im Metal findet man sie überall (Pioniere sind Maiden, würde ich fast sagen).

Ich werde definitiv noch weitere Teile des Songs tabben, vielleicht sogar den ganzen?!

Das wars jetzt auch schon wieder, habt Spaß damit, keine Gewähr =), bei Fragen, Kritik, Anregungen… bitte einfach kommentieren, ich freue mich über Feedback!

Viele Grüße,

Syntaxon

Riffffs V – Death – Phrygisch-Dominante Tonleiter

Juli 25th, 2010 § 2 Kommentare

Da bin ich mal wieder – die letzten Tage wars still, da ich mich viel mit einem Theaterprojekt beschäftigt habe (Montag bis Mittwoch sind Aufführungen)…

Nichtsdestotrotz hier ein neues Riffff, anhand dessen ich den eingeschlagenen “Moll”-Weg etwas verlassen will und mal etwas experimentelleres vorstelle.

Und zwar was ganz edles meiner Meinung nach: Crystal Mountain vom Album Symbolic (1995) von Death – ein Wahnsinnsalbum, ein Klassiker jagt den nächsten.

Doch jetzt soll es hier eher darum gehen, wie sich Chuck vom klassischen Tonarten-Verständnis löst und einfach spielt, was ihm taugt. Die Tabs der ersten acht Takte: Death – Crystal Mountain Intro Ich muss gestehen, dass das diesmal größtenteils aus Ultimate Guitar abgeschaut ist, denn gerade die letzten zwei Takte haben sich mir nicht erschlossen^^.

Tuning ist D-Standard, wer jetzt allerdings nicht covern will, kann natürlich in einer beliebigen Stimmung spielen.

Die Sequenz besteht aus vier Teilen I – II – I – III, die jeweils aus zwei Takten bestehen. In I ist im Bass die leere D-Saite, und darauf dann die Powerchords D5 und C#5 (Halbtonschritt auseinander). In II folgen die Powerchords A5 – G#5 – D#5 – F5 (Quinte – Tritonus (verminderte Quinte) – kleine Sekunde – kleine Terz) im Bezug auf den Grundton D. Das kann ich  – ehrlich gesagt – harmonisch überhaupt nicht deuten, obwohl es doch insgesamt gar nicht dissonant oder unangenehm klingt. Typisch für Schuldiners Spiel sind allerdings die Halbtonschritte D5 – C#5, A5 – G#5 und auch D – D#5 sowie die Quartkadenz G#5 – D#5.

Teil I wird wiederholt, dann folgt – worauf ich eig die ganze Zeit hinauswill – eine wunderbare Tonleiter in Teil III, die rein gar nichts mit Dur oder moll zu tun hat. Es handelt sich um eine sog. phrygisch-dominante Skala (auch Zigeunermoll-Tonleiter genannt). Mit dem Grundton E schaut das so aus:

e|----------------|-----------------|
B|----------------|-----------------|
G|----------5-7-9-|-7-5-------------|
D|----6-7-9-------|-----9-7-6-------|
A|7-8-------------|-----------8-7-5-|
E|----------------|-----------------|

Dieses Pattern lässt sich recht einfach einprägen. Die Töne sind E - F - G# - A - B - C - D - E. Charakteristisch sind die zwei Halbtonschritte am Anfang und die kleine Terz dazwischen. Das gibt dem ganzen einen mystisch - exotisch - orientalischen Klang. Ich muss sagen, ich hab die Tonleiter inzwischen wirklich lieb gewonnen, weil sie eine perfekte Abwechslung zum - manchmal langweiligen - Moll zB ist. Wird oft im Metal verwendet (zB Maidens Powerslave im Intro).

Das wars dann auch schon wieder, viel Spaß damit, mich ziehts wieder zum Theater.

Schönen Sonntag noch, Syntaxon

Riffffs IV – Wolfchant – Gitarrenpflege

Juli 18th, 2010 § 10 Kommentare

Servus zusammen,

nach fünf Tagen Absenz, die ich zumeist schwitzend an der Gitarre verbracht habe, jetzt ein neues Riffff, und zwar das Intro von Wolfchants “Stärkend Trunk aus des Feindes Schädel” von der Platte “A Pagan Storm” (2007) – etwas martialisch, der Titel, aber das gehört halt dazu zum kernigen Pagan Metal.

Außerdem interessieren uns jetzt nicht die Lyrics, sondern die Musik. Deshalb zuerst das Video und dann die Tabs.

Es geht um den Part von 0:00 bis 0:41. Bevor ihr die Tabs anschaut, probiert doch erstmal auf eigene Faust, die Melodie und die Akkorde dahinter rauszufinden. Kleiner Tipp: Tonart ist d-moll, also d – e – f – g – a- Bb – c – d, Halbtöne zwischen zweiter und dritter sowie fünfter und sechster Stufe, Tuning E Standard (edit: in Wirklichkeit spielen Wolfchant C Standard, also C F Bb Eb G c von dick nach dünn).

Wolfchant – Intro Lead Guitar

Wolfchant – Intro Rhythm Guitar

Wie schon gesagt, spielt die Melodie d-moll, also einen Ganzton tiefer als e-moll (falls ihr also e-moll Pattern gelernt habt, einfach um zwei Bünde in Richtung Kopf verschieben, und ihr spielt d-moll). Gleich am Anfang wird ein d-moll-Dreiklang gespielt (d – f – a, also Grundton – kleine Terz – Quinte). Im zweiten Teil spielt die Melodie in der Paralleltonart F-Dur, welche die gleichen Töne wie d-moll, allerdings die Halbtöne zwischen dritter und vierter bzw. siebter und achter Stufe hat. Die Sequenz endet schließlich auch auf einem F. Im ersten pdf findet ihr am Ende noch die d-moll Tonleiter in der Lage, in der sie im Lied gespielt wird.

Die Rhythmusgitarre spielt lediglich drei Akkorde: D5, Bb5 und C5. Die Fünf bedeutet, dass es sich um einen Powerchord handelt, also einen Akkord, der nur aus Grundton und der Quinte (der fünften Stufe) dazu besteht und somit weder Dur- noch Mollcharakter besitzt. Das ist deswegen praktisch, weil sich dann die Melodie keine Gedanken über das Tongeschlecht machen muss und im Grunde genommen lediglich (irgend)eine Tonleiter auf dem Grundton aufbauen muss. D ist die erste Stufe der d-moll-Tonleiter, Bb die sechste und C die siebte. Die Sequenz VI – VII – I (es ist gebräuchlich, die Stufen mit römischen Ziffern abzukürzen) ist im Metal sehr verbreitet, aber man findet sie generell in jedem Genre wieder. Man nennt sie übrigens auch äolisch, was eigentlich nur ein Fachbegriff für moll ist und mit den Kirchentonleitern zu tun – ich verlaber mich schon wieder^^. Ist euch bei Iron Maiden-Songs schon mal aufgefallen, wie oft die E5 (also in der zweiten Lage) – C5 – D5 spielen (was eben auch I – VI – VII entspricht)? Hört mal hin – z.B. der Refrain von Aces High oder der von Dream of Mirrors.

Generell harmonisieren Rhythmus und Leadgitarre im Wolfchantsong sehr gut. Viel Spaß damit.

Bei Fragen, Kritik, Tipps, Anmerkungen bitte einfach kommentieren!

Um nochmal an meinen Einleitungsgedanken anzuknüpfen – ich sprach von Schweiß an der Gitarre – wie pflegt ihr euer Instrument? Ich meine zum einen der Schutz vor Feuchtigkeit oder starken äußeren Temperaturschwankungen und zum anderen die Pflege von Griffbrett, Korpus, Saiten, Bünde mit Tüchern, Ölen usw.?

Viele Grüße und frohes Spielen,

Syntaxon

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